Die Kompetenz des Neugeborenen

Ihr Neugeborenes ist ganz und gar auf Ihre liebevolle, begleitende Fürsorge angewiesen. Einiges kann es auch schon selbst, und zwar genau das, was es zum Überleben braucht. Entscheidend wichtig ist dabei seine Fähigkeit, die Brust zu finden und zu stillen. Das kann es jedoch nur tun, wenn es nicht daran gehindert wird.

Geben Sie Ihrem Neugeborenen die Chance, zu zeigen, was es kann!

Stillen und Nachhaltigkeit

Wir stehen vor der Frage, wie wir unsere Lebensweise, unsere Wirtschaft und Gesellschaft so gestalten, dass noch unsere Enkel und deren Enkel gut leben können. Das Stillen kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Dafür müssen wir gemeinsam Hindernisse aus dem Weg räumen, damit das Stillen gelingen kann.

Stillen und Evidenz

Studien, die die Auswirkungen von Nicht- oder Kurzstillen im Vergleich zum Stillen untersuchen, stehen vor methodischen und ethischen Schwierigkeiten: Welche Frauen stillen und welche nicht, kann und darf nicht nach dem Zufallsprinzip entschieden werden. Und: Was genau heißt "ausschließlich gestillt"? Geht es um die Muttermilch oder (auch) um das Stillen an der Brust? Sind Ergebnisse aus Tierversuchen relevant für Menschen? Fragen zur Stillforschung – und einige Antworten.

Stillen ist nicht gleich Muttermilchernährung

Die Begriffe "Stillen" und "Muttermilchernährung" werden häufig so benutzt, als seien sie austauschbar und würden das Gleiche bedeuten. Sie bezeichnen jedoch Unterschiedliches, und es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Was das Neugeborene braucht

Die Geburt bedeutet für das Neugeborene eine enorme Umstellung. Bisher wurde es durch die Nabelschnur versorgt. Jetzt muss es selber atmen, selber essen und verdauen, seine Körpertemperatur regulieren, seine Eltern und eine ganz neue Welt kennenlernen.

Beikost - Ein Blick über den Tellerrand

Die Gattung Homo lebt seit ungefähr 2,5 Millionen Jahren. Sie hat sich über die ganze Erde verbreitet, lebt in allen Klimazonen von der Savanne in Afrika bis zum Nordpol, unter den verschiedensten Lebensbedingungen, mit den unterschiedlichsten Ernährungsformen von Jagen und Sammeln bis Ackerbau und Viehzucht. In der ganzen Zeit ist es den Familien gelungen, den Übergang vom Stillen zum Familienessen so zu gestalten, dass aus Babys fortfpflanzungsfähige Erwachsene wurden. Irgend etwas müssen sie richtig gemacht haben – ohne Empfehlungen von Kinderärzten, S3-Leitlinien zur Allergieprävention und Forschungsinstituten für Kinderernährung.

Milchbildung nach Bedarf

Über viele Millionen Jahre ist die Milchbildung auf bestmögliches Ergebnis bei geringstmöglichem Aufwand optimiert worden. Dazu gehören auch Mechanismen für eine rasche Anpassung an sich kurzfristig ändernden Bedarf.

Mütterlicher Diabetes und Stillen

Mütter mit Diabetes und ihre Kinder profitieren in der gleichen Weise vom Stillen wie alle anderen Mütter und Kinder auch. Darüberhinaus hat das Stillen für sie noch eine besondere Bedeutung.

Muttermilchbörsen, politisch betrachtet

Stillen ist die normale Säuglingsernährung, Muttermilch die normale Säuglingsnahrung. Alles andere ist für Mutter und Kind mit zusätzlichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Deshalb ist es eine vorrangige gesundheits- und gesellschaftspolitische Aufgabe, flächendeckend Strukturen für gelingendes Stillen und für die Versorgung mit Muttermilch sicherzustellen. Das Entstehen von Muttermilchbörsen verweist auf das Versagen der Gesellschaft bei der Erfüllung dieser Aufgabe.

Stillen bei Erwerbstätigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt auch bei Erwerbstätigkeit der Mutter: sechs Monate ausschließlich stillen, das heißt keine andere Nahrung oder Flüssigkeit außer Muttermilch, und danach neben angemessener Beikost weiter stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wünschen.

Muttermilch gewinnen

Nicht immer ist es möglich, Ihr Kind direkt zu stillen. In solchen Situationen können Sie Ihre Milch gewinnen und Ihrem Kind auf anderem Wege zukommen lassen. Um Muttermilch zu gewinnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: von Hand, mit einer Handpumpe oder mit einer elektrischen Pumpe. Sie können diese Methoden auch kombinieren.